Schadensaufnahme – was ist zu tun?
Dein Leitfaden für die Schadensaufnahme vor Ort: die Pflichtfotos der Reihe nach, Schadensdetails, die richtigen Hilfsmittel, Dokumentation und Unterschriften – damit jeder Auftrag vollständig bei uns ankommt.
Willkommen bei Repaircheck. Die Schadensaufnahme ist das Herzstück Deiner Arbeit als Sachverständiger – hier entscheidet sich, wie belastbar und vollständig das spätere Gutachten wird. Dieser Leitfaden zeigt Dir Schritt für Schritt, welche Fotos Du brauchst, worauf es bei Schaden und Vorschäden ankommt, welche Hilfsmittel ins Gepäck gehören und welche Unterschriften Du einsammelst. So kommt jeder Auftrag vollständig bei uns an – ohne Rückfragen und Verzögerungen.
Grundregeln für alle Fotos:
- Nur im Querformat fotografieren – nie hochkant.
- Kein Blitz, außer es ist unbedingt notwendig.
- Achte auf Spiegelungen und Umgebung – das Fahrzeug soll klar erkennbar sein.
- Möglichst keine Personen auf den Bildern.
- Ideal sind 50–100 Bilder pro Auftrag, mindestens aber 20 Fahrzeugfotos und 10 Detailaufnahmen des Schadens.
Die Pflichtfotos der Reihe nach
Gehe immer in der gleichen Reihenfolge um das Fahrzeug herum. So übersiehst Du nichts und arbeitest auch unter Zeitdruck zuverlässig. Die ersten sieben Aufnahmen zeigen das komplette Fahrzeug – achte darauf, dass es jeweils vollständig im Bild ist.
- Vorne links – aus etwa 45° auf die vordere linke Fahrzeugecke.
- Vorne rechts – aus etwa 45° auf die vordere rechte Ecke.
- Hinten links – aus etwa 45° auf die hintere linke Ecke.
- Hinten rechts – aus etwa 45° auf die hintere rechte Ecke.
- Frontal – gerade von vorne.
- Rückansicht – gerade von hinten, dabei müssen Kennzeichen und TÜV-Plakette gut lesbar sein.
- Seitenansicht – die komplette Fahrzeugseite.
- Fahrerseite mit Lenkrad – Tür offen, Fokus liegt auf dem Lenkrad und dem Innenraum.
- Tacho – der Kilometerstand muss scharf und gut lesbar sein, der Fokus liegt auf der Anzeige, nicht auf dem Lenkrad.
- Reifen – so, dass Reifengröße und Reifenmarke ablesbar sind. Zusätzlich das Reifenprofil je einmal vorne und einmal hinten.
- Fahrgestellnummer / Typenschild – Typenschild, Sichtfenster oder eingestanzte FIN, gut lesbar und ohne Spiegelung.
- Fahrzeugschein – die Vorderseite der Zulassungsbescheinigung Teil I.
Schadensbilder, Vorschäden und Lackschichtmessung
Die Schadensdokumentation ist das wichtigste Beweismittel Deines Gutachtens. Hier gilt: lieber ein Foto zu viel als eines zu wenig. Mindestens zehn Aufnahmen des Unfall- bzw. Lackschadens aus verschiedenen Perspektiven sind Pflicht.
- Übersicht des Schadens: Fotografiere zuerst aus einer gewissen Entfernung, sodass das Fahrzeug als Ganzes zu sehen ist und der beschädigte Bereich klar verortet werden kann.
- Detailaufnahmen: Danach gehst Du näher heran und dokumentierst jeden beschädigten Bereich aus mehreren Winkeln. Nutze dabei gerne Messstab, Dellensegel und weitere Hilfsmittel, um Ausmaß und Tiefe sichtbar zu machen.
- Unreparierte Vorschäden (Altschäden): Halte vorhandene Alt- und Vorschäden separat fest. Sie müssen klar vom aktuellen Ereignis abgegrenzt werden.
- Lackschichtmessungen: Dokumentiere auffällige Messwerte mit dem Lackschichtmessgerät – sie geben Hinweise auf nachlackierte Bereiche und frühere Reparaturen.
Falls nötig und möglich, fotografiere auch von unten. Verdeckte Schäden sind oft kostenrelevanter als der sichtbare Blechschaden – nimm Dir die Zeit, genau hinzusehen.
Die richtigen Hilfsmittel
Eine saubere Schadensaufnahme gelingt nur mit der passenden Ausrüstung. Diese Hilfsmittel solltest Du bei jedem Auftrag dabeihaben:
- Messstab – um das Schadensausmaß im Foto einzuordnen.
- Dellensegel – macht Dellen und Verformungen im Licht sichtbar.
- Profiltiefenmesser – für die Reifenprofil-Aufnahmen vorne und hinten.
- Lackschichtmessgerät – zum Aufspüren von Nachlackierungen und Vorschäden.
Dokumentation und Unterschriften
Sobald die Fotos stehen, füllst Du die Dokumentation in der Repaircheck-App aus. Vollständige Angaben hier ersparen Dir und uns spätere Rückfragen:
- Schadensbeschreibung – was ist passiert, welche Bereiche sind betroffen?
- Vor- und Altschäden – vorhandene Schäden klar benennen und abgrenzen.
- Auffälligkeiten der Lackschichtmessungen – ungewöhnliche Messwerte vermerken.
- Fahrzeugangaben – Daten prüfen und mit FIN, Kilometerstand und Fahrzeugschein abgleichen.
Halte außerdem die Kontaktdaten der gegnerischen Versicherung und – falls vorhanden – eine E-Mail-Adresse des Kunden fest.
Zum Schluss sammelst Du die nötigen Unterschriften ein:
- Auftrag – vom Kunden unterschrieben.
- Vollmacht – muss vom Kunden unterschrieben sein, sonst können wir den Auftrag nicht bearbeiten.
Deine Checkliste für jeden Auftrag
Bevor Du den Termin abschließt und die Daten überträgst, geh diese Punkte durch:
- Mindestens 20 Bilder des Fahrzeugs
- Mindestens 10 Bilder des Unfall-/Lackschadens aus verschiedenen Perspektiven
- Alle Aufnahmen im Querformat, ohne Blitz (außer unbedingt nötig)
- Tacho, FIN/Typenschild und Reifen gut lesbar
- Reifenprofil je einmal vorne und hinten
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) fotografiert
- Vorschäden und Lackschichtmessungen dokumentiert
- Gegnerische Versicherung und E-Mail-Adresse erfasst
- Keine Personen auf den Fotos, auf Spiegelungen geachtet
- Auftrag und Vollmacht vom Kunden unterschrieben
Je vollständiger und sauberer Deine Übergabe ist, desto schneller geht das Gutachten raus – und desto zufriedener sind Auftraggeber und Geschädigte. Genau das honoriert das Bewertungssystem von Repaircheck mit mehr Aufträgen.
Bei Fragen zur Schadensaufnahme oder zum Ablauf in der App erreichst Du uns jederzeit unter support@repaircheck.de.
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