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Ratgeber

Unfallbericht richtig ausfüllen – Anleitung & Tipps

So füllen Sie den Europäischen Unfallbericht korrekt aus. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit den häufigsten Fehlern.

Unfallbericht richtig ausfüllen – Anleitung & Tipps
Repaircheck Team 2026-02-15 5 Min Lesezeit

Ein korrekt ausgefüllter Unfallbericht ist nach einem Verkehrsunfall entscheidend für eine reibungslose Schadensregulierung. Fehler beim Ausfüllen können dazu führen, dass die Versicherung Ansprüche ablehnt oder kürzt.

Was ist der Europäische Unfallbericht?

Der Europäische Unfallbericht (EUB) ist ein standardisiertes Formular, das in allen EU-Ländern anerkannt wird. Er dient dazu, die wichtigsten Informationen zu einem Verkehrsunfall vor Ort zu dokumentieren — von beiden Unfallbeteiligten gemeinsam.

Warum ist er so wichtig?

  • Beweissicherung: Hält die Fakten direkt nach dem Unfall fest, solange die Erinnerung frisch ist.
  • Versicherungspflicht: Viele Versicherungen erwarten den ausgefüllten Bericht für die Schadensregulierung.
  • Europaweit gültig: Funktioniert auch bei Unfällen im Ausland — das Formular ist in allen Sprachen identisch aufgebaut.
  • Beide Seiten dokumentiert: Unfallgegner und Sie füllen jeweils eine Seite aus.

Unfallbericht ausfüllen: Schritt für Schritt

1. Kopfbereich — Grunddaten

Füllen Sie zuerst die allgemeinen Unfallinformationen aus:

  • Datum und Uhrzeit des Unfalls
  • Unfallort (Straße, Hausnummer, Ort)
  • Verletzte? Ankreuzen, ob Personen verletzt wurden
  • Sachschäden an anderen Fahrzeugen? Auch Schäden an Dritten dokumentieren
  • Zeugen: Namen und Kontaktdaten notieren

2. Fahrzeug- und Versicherungsdaten

Für beide Unfallbeteiligten (Fahrzeug A und B):

  • Name und Anschrift des Halters
  • Kennzeichen und Fahrzeugtyp
  • Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnummer
  • Name des Fahrers und Führerscheindaten
  • Grüne Versicherungskarte (Nummer)

3. Schadensbeschreibung

  • Sichtbare Schäden an beiden Fahrzeugen beschreiben
  • Möglichst genau: „Kratzer linke Hintertür” statt „Schaden links”
  • Auch Vorschäden des eigenen Fahrzeugs vermerken

4. Unfallhergang (Kreuzchen)

Das Herzstück des Formulars: 17 vorgegebene Situationen zum Ankreuzen. Hier wird dokumentiert, was jedes Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt gemacht hat:

  • Stand/parkte
  • Fuhr an / verließ Parkplatz
  • Fuhr auf Parkplatz
  • Fuhr aus Grundstück, Parkplatz, Seitenstraße
  • Bog in Grundstück, Parkplatz, Seitenstraße ein
  • Fuhr in einen Kreisverkehr ein
  • Fuhr im Kreisverkehr
  • Fuhr auf gerader Straße in gleicher Richtung und gleicher Fahrspur
  • Wechselte die Fahrspur
  • Überholte
  • Bog nach rechts ab
  • Bog nach links ab
  • Fuhr rückwärts
  • Fuhr in den Gegenverkehr
  • Kam von rechts (an einer Kreuzung)
  • Hatte das Vorfahrtszeichen/die rote Ampel nicht beachtet
  • Andere Situation

Achtung: Kreuzen Sie nur an, was wirklich zutrifft. Jedes falsche Kreuzchen kann gegen Sie verwendet werden.

5. Unfallskizze

Zeichnen Sie eine einfache Skizze des Unfalls:

  • Straßenverlauf mit Fahrbahnmarkierungen
  • Position beider Fahrzeuge vor und nach dem Unfall
  • Fahrtrichtungen mit Pfeilen
  • Straßennamen
  • Verkehrszeichen und Ampeln

6. Bemerkungen

Hier können Sie ergänzende Informationen eintragen:

  • Besondere Umstände (Regen, Dunkelheit, Baustelle)
  • Aussagen des Unfallgegners
  • Polizeiliche Aufnahme (ja/nein, Dienststelle)

7. Unterschrift

Beide Unfallbeteiligte unterschreiben den Bericht. Die Unterschrift bestätigt nur die Richtigkeit der Angaben — nicht ein Schuldeingeständnis.

Häufige Fehler beim Ausfüllen

Vermeiden Sie diese typischen Fehler:

  • Schuldeingeständnis: Schreiben Sie niemals „Ich bin schuld” oder „Es war mein Fehler”. Die Schuldfrage klärt die Versicherung.
  • Fehlende Zeugen: Notieren Sie immer die Daten von Zeugen — auch wenn es nur Beifahrer sind.
  • Lücken lassen: Füllen Sie alle Felder aus. Leere Felder können später gegen Sie ergänzt werden.
  • Nachträglich ändern: Nach der Unterschrift darf nichts mehr geändert werden. Ergänzungen gehören in die Bemerkungen.
  • Panik-Ausfüllung: Nehmen Sie sich Zeit. Der Unfallbericht muss nicht in 2 Minuten fertig sein.
  • Nur ein Exemplar: Der Bericht besteht aus Durchschlägen. Jeder Beteiligte behält eine Kopie.

Kein Unfallbericht dabei?

Kein Problem. Alternativ können Sie:

  • Die Daten auf einem normalen Blatt Papier notieren
  • Fotos von allen relevanten Dokumenten machen (Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherungskarte)
  • Den Unfall per App dokumentieren (z.B. ADAC, Allianz)
  • Die Schadensmeldung online über Repaircheck einreichen

Tipp: Bewahren Sie immer einen leeren Unfallbericht im Handschuhfach auf. So sind Sie im Ernstfall vorbereitet.

Nach dem Unfallbericht: Die nächsten Schritte

Der ausgefüllte Unfallbericht ist nur der erste Schritt. So geht es weiter:

  1. Fotos machen: Dokumentieren Sie den Schaden an beiden Fahrzeugen und die Unfallstelle.
  2. Versicherung informieren: Melden Sie den Unfall bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung.
  3. Gutachter beauftragen: Bei Schäden über 750 EUR sollten Sie einen unabhängigen Gutachter beauftragen.
  4. Nicht voreilig reparieren: Warten Sie das Gutachten ab, bevor Sie Ihr Auto in die Werkstatt bringen.

Fazit

Ein korrekt ausgefüllter Unfallbericht sichert Ihre Ansprüche und beschleunigt die Schadensregulierung. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Felder sorgfältig auszufüllen, und unterschreiben Sie nie ein Schuldeingeständnis.

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